Nordseelauf 2026: Nummer 5 lebt oder durch Sand, Hitze und Wespenstiche zum Altersklassensieg
Alle vier Jahre sind alle 7 ostfriesischen Inseln im Programm. Dieses Jahr war es wieder soweit. Deshalb waren die 600 Startplätze schon nach kurzer Zeit ausgebucht.
20.06. Borkum - 9,7km
Nach einer unruhigen Nacht mit heftigen Gewittern ging es früh morgens auf die Fähre. Die Hitzewelle fällt an der Küste etwas schwächer aus, über 30 Grad waren es trotzdem. Die Strecke verlief von der Strandpromenade auf festen Wegen durch einen kleinen Wald. Die Bäume sorgten für Schatten. Durch meine Knieprobleme habe ich in den letzten Monaten nicht intensiv trainiert. Deshalb ging ich es ruhiger an. Nach dem Start trennt sich die Spreu vom Weizen. Schnell erkennt man, mit wem man es in den nächsten Tagen zu tun hat. Zwei Läufer zogen recht schnell davon. Ich war in einer Gruppe dahinter. Zunächst blieben wir zusammen. Ein Läufer blieb sehr dicht bei mir. Nach etwa 6 km hatte ich Probleme das Tempo zu halten. Ich wurde langsamer, mein "Mitläufer" setzte sich ab. Auch andere Läufer in meiner Gruppe hatten Schwierigkeiten und legten sogar Gehpausen ein.
Am Ende wurde ich Achter. Mein Begleiter ist in meiner Altersklasse und war 40 Sekunden schneller.
21.06. Norderney - 8,7km
An diesem Tag war es merklich kühler. Mein Knie hat den gestrigen Lauf unerwartet gut überstanden. Die Strecke verlief auf befestigten Wegen am Strand. Also wagte ich ein flotteres Tempo als Gestern - mit Erfolg. Ich kam als Nr. 5 in's Ziel und konnte den Rückstand in der Tourwertung zu meinem
Altersklassen-Gegner bis auf eine Sekunde aufholen.
22.06. Baltrum - 7,0km
Das Wetter war ähnlich wie auf Norderney. Die Strecke ist schwieriger. Kaninchenlöcher sind Stolperfallen, an einigen Stellen liegt rutschiges Heu auf dem Weg. In einem Busch war ein Wespennest. Ich lief zu dicht daran vorbei und hab Stiche auf Kopf kassiert. Ich konnte mein Tempo gut halten und wurde Fünfter. Damit konnte ich mich auch in er Tourwertung auf Platz 1 der AK-Wertung setzen.
24.06. Juist - 9,9km
Der Horrortrip! Es war heiß, kein Wind, die Strecke im Sand. In meiner langjährigen Karriere beim Nordseelauf war Juist schon immer eine Schlüssel-Etappe. Dort hab ich Gegner aufgearbeitet oder bin selbst gnadenlos eingegangen. Der Anfang war noch vielversprechend. Ich hab mich vor dem Start mit Wasser überschüttet. Ein leichter Gegenwind sorgte für Kühlung. Am ersten Wendepunkt gab es nochmal Wasser, was ich mir wieder über den Kopf schüttete. Auf dem Rückweg war der Wind weg. Die zweite Wasserstelle lag im tiefen Sand. Ich lief nicht dorthin. Jemand brachte mir einen halben Becher - leichte Abkühlung. Dann weiter zum zweiten Wendepunkt. Ich hoffte auf Wasser - NIX. Das machte mich völlig fertig. Ich schleppte mich durch den Sand. Weit hinten am Horizont der Ausgang vom Strand. Irgendwann kam ich dort an. Nochmal tiefer Sand, dann als 7. in's Ziel.
25.06. Langeoog - 10,2km
Wetter war gut. Im Schatten war es ohne Jacke zu kühl. Die Strecke hatte nur einen kurzen Abschnitt auf festen Sand. Sonst auf festen Wegen. Leichter Wind sorgte für Erfrischung. Selbst der aus der Vergangenheit sattsam bekannte elendig lange Abschnitt auf freiem Feld verlor seinen Schrecken. Ich hielt mein Tempo sauber bis zum Schluss und wurde 5.
26.06. Wangerooge - 5,8km
Die Hitze überrollt nun auch die Inseln. Brüllend heiss, die gekürzte Strecke verläuft auf befestigten Wegen ohne Schatten. Einige "Sprinter" nutzen ihre Chance. Während ich das Tempo der letzten Etappen anschlug, gingen sie an mir vorbei. So wurde ich Achter.
27.06. Spiekeroog -6,3km
In den letzten Jahren war Spiekeroog für seine Tiefsand-Abschnitte berüchtigt. Diesmal wurden sie glücklicherweise wegen der Hitze gestrichen. Ausserdem steht ein Wertungslauf für meine Altersklasse an. Hier zählt nur das Tagesergebnis. Mein Konkurrent ist zwar mittlerweile in der Tourwertung abgeschlagen, aber hier könnte er nochmal angreifen. Beim Warmlaufen war er ambitioniert unterwegs. Also gab ich beim Start Gas. Ich kam gut voran und fühlte mich trotz der Wettkämpfe der letzten Tage sehr gut. Am Ende hab ich mich dicht an die Nummer 3 herangearbeitet. So kam ich als 4. in's Ziel und hab die AK-Wertung für diesen Lauf und auch für die gesamte Tour gewonnen. In der Gesamtwertung wurde ich 5. - Nummer 5 lebt :-)
Mit diesem Ergebnis kann ich sehr zufrieden sein. Es war mal wieder eine tolle Zeit.









