10 SOLI-sten allein unterwegs:

Brevet als Individualsport

Randonneure müssen zwar bei den Brevets sich alleine die Berge hochkämpfen und die Nächte überstehen, aber das Soziale kommt auch nicht zu kurz. Mal im kurzen Gespräch unterwegs, am Start und vor allen Dingen bei den Kontrollstellen, wo ja die meisten eine mehr oder weniger längere Pause einlegen.

Auch der nächtliche Smalltalk hilft über ein paar schwächere Minuten hinweg.

Corona hat auch das alles fest im Griff und macht so manches sportliche Ereignis unmöglich.

Echten Randonneure fällt aber immer etwas ein. So haben sich die deutschen Randonneure schon im letzten Herbst daran gemacht, Brevets auch unter strengen Hygienevorschriften in diesem Jahr zu ermöglichen und entwickelten eine digitale Brevetkarte. Anstatt der Kontrollstempel geht das damit vollkommen kontaktfrei.

Der Start, normalerweise in 30er Gruppen, konnte entzerrt werden, da jeder zu seiner gewählten Startzeit losradeln kann.

Unter diesen Bedingungen nahmen von Freitag, den 16. April bis Sonntag, den 18. April 10 Soli-Radler den 200 km Brevet von ARAMUC in Angriff.

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Man konnte zwischen zwei Strecken wählen:

Die Tölzer Land Rundfahrt führte über Holzkirchen, Kloster Reutberg, Sylvenstein, Wallgau, Walchensee, Benediktbeuren zurück nach München.

Die Oberland Rundfahrt nahm die andere Richtung über Aßling, Rosenheim, Samer Berge, Mangfall- und Leitzachtal.

Jörg, Lothar, Achim, Martin Sch., Werner St. und Beate wählten die Oberland Rundfahrt über fast ausschließlich verkehrsarme Straßen und Wirtschaftswege. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit, zwar war es bis auf einige Schneeflocken trocken, doch die Temperaturen hätten doch ein oder zwei Grad höher sein können.

Jörg berichtet: So kurbelte ich mit meinem Freund Horst nach Aßling, die Berge konnten wir leider nur in der Ferne erahnen. In Aßling, der ersten Kontrolle vollbrachte ein warmer Kaffee Wunder und so war dann Rosenheim schnell erreicht. Ab hier wird es dann zunehmend bergig. Die nächste Kontrollstelle in Kohlstätt musste mit ein paar 10%er erklommen werden, das wärmte auf.

Ab Fraßdorf ging es dann hinauf nach Grainbach zum Dorfcafé. Traditionell genehmigen wir uns hier ein Bier, das wir diesmal etwas abseits zu uns nahmen.

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So gestärkt ging es weiter Richtung Schneegrenze.

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Die erreicht, wen trafen wir? Natürlich einen Sportskameraden von der SOLI-Skiabteilung! Das war Martins erster Brevet und er sah richtig gut aus. Man sieht, die Radsport Gene kann SOLI nicht leugnen.

 

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Vom Duftbräu ging es dann steil hinunter durchs Mühltal zum Inn um sich dann den Irschenberg hinauf zur Walfahrtkapelle Wilparting wieder aufzuwärmen. Vorbei an Miesbach und über Weyarn waren wir dann gegen 17:00 Uhr wieder am Roecklplatz und trafen dann Martin, aber diesmal der von der Radsportabteilung.

Das Feierabendbier schmeckte dann mit Abstand am besten!

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Auf der Tölzer Runde waren unterwegs Martin P., Werner Sp., Tom, Claudia.

Martin P. berichtet: Ich bin die Tölzerrunde gefahren und für meine überschaubaren Trainingskilometer ist es halbwegs gut gegangen.

Gestartet bin ich um 6:30h am Roecklplatz, nach einer doch noch finsteren Anfahrt von Dachau her.

In Dachau hatte ich mich noch gefreut als ich aufs Thermometer geschaut hatte, es hatte keine Minusgrade. Doch anscheinend ist es im Münchner Süden doch noch etwas frischer gewesen, denn der Raureif wollte auch nach 8:00h noch nicht von den Feldern verschwinden. Leider bin ich bis auf ca. 20km die ganze Zeit alleine gefahren. Meine Hoffnung war eigentlich, auf der Strecke wen zu treffen, dem war aber nicht so. Nachdem meine kurze Begleitung sich in der Pause einen Blick aufs Regenradar gönnte, packte ihn leicht die Panik und er fuhr alleine weiter, während ich noch genüsslich in mein Wurstsemmerl biss.  Das war noch vor Bad Tölz. Naja, so schlimm war es ja dann doch nicht, die Sonne blinzelte irgendwann schon raus.

Das hielt sich auch so bis zum Sylvensteinspeicher. Auch ältere Semester, wie der Bentley (Bj. 20er oder 30er Jahre) nutzten das sonnige Fenster.  Durch die Jachenau auch durchwegs sonnig, teilweise lag noch ganz schön viel Schnee an der Seite.

Der angesagt NO-Wind hielt sich dann ab Wallgau zum Glück in Grenzen. So ging es dahin bis zu Ottis Eiscafe in Benediktbeuern, wo man sich den Kaffee und Kuchen gut schmecken lies. Nachdem Alkohol ja auf der Dopingliste steht, habe ich mir gedacht, die Eierlikörtorte kann sicher nicht schaden für die letzten 50km ;o)

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Als ich von dort dann los bin, habe ich auch die nächsten beiden Teilnehmer getroffen. Die Hoffnung, dass die beiden mich einholen würden und mich heimziehen, blieb aber leider aus. Ein bisschen zäh verliefen dann die letzten 20-30km, aber schlussendlich kam ich dann gut wieder in München zw. 16:15h und 16:30h an. Nach einem kurzen Quatscher mit anderen, traf dann auch noch Jörg ein, der noch eine "Feierabendhalbe" spendierte.  Das rettete dann auch meine Schlussfahrt nach Dachau.

Resümee: Tolle Runde von Jörg, etwas frisch aber die ganze Zeit trocken, etwas mehr trainieren vorher, leider den Umständen entsprechend etwas einsam.