Wir sind bereits eine Woche vor dem Rennen angereist, damit ich im Vorfeld schon trainieren konnte. Angesichts der winterlichen Bedingungen zu Hause, war das ein Glücksgriff. Im Gegensatz zum letzten Jahr hatten wir bis auf einen verregneten Tag immer sonniges und meist warmes Wetter.

Der Mallorca 312 bot in diesem Jahr 3 Strecken über 312, 225 und 167 km und findet auf komplett abgesperrten Straßen statt. Es gab heuer 6500 (!) Teilnehmer. Während des Trainings wurde mir schon klar, dass ich für die lange Strecke nicht fit genug bin und so entschied ich mich für die mittlere Distanz über 225 km.

Der Morgen des Rennens begann erst mal mit einem Kälteschock. Das Thermometer zeigte nur noch 3 Grad an und Kloster Lluc meldete sogar nur 0 Grad. Also habe ich schnell noch die Kleiderordnung geändert und zwei Windjacken übereinander angezogen.

40 min vor dem Start habe ich mich in die Schlange eingereiht und stand dann schon 200 m hinter der Startlinie… wie beim Ötztaler RM. Mit einigen Minuten Verspätung ging es dann kurz nach 7:00 Uhr endlich los. Ich war schon fast festgefroren.

20170429 Mallorca312 3Die ersten Kilometer waren noch unglaublich kalt. Nach 15 km hatte ich dann aber endlich Betriebstemperatur erreicht. Auf dem langen Anstieg von Pollenca zum Puig konnte ich mich weiter durch das Feld nach vorne arbeiten. In rasender Abfahrt ging es dann nach Soller, wo der Tacho einen 30er Schnitt vermeldete.

Es ging nun die Küste entlang stetig auf und ab und in Andratx war der Wendepunkt erreicht. Da war ich noch richtig gut drauf.

Am vorletzten Anstieg in Galilea fing dann aber mein Magen an zu streiken und ich konnte bis Rennende keine feste Nahrung mehr zu mir nehmen. Für die 20 km hinter der letzten Verpflegungsstelle hatte sich der Veranstalter was Besonderes ausgedacht. Die Straßen waren in einem dermaßen schlechten Zustand, dass man schon sehr genau zielen musste, um die Lücken zwischen den gewaltigen Schlaglöchern zu erwischen. Entsprechend wild ging es in der Gruppe zu.

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Aber auch das haben alle überstanden und nach 223 km und 3.550 HM war das Ziel erreicht. Die Uhr blieb bei 07:57:46h stehen. Das war in der Endabrechnung der 54. Platz (von 895) und damit habe ich mein gestecktes Ziel locker erreicht. Entsprechend zufrieden ging es dann wieder nach Hause.