Elke Morlok und Thomas Struck gewinnen jeweils die Gesamtwertung für Frauen und Männer bei der 2012er Auflage des Amperlaufs in Olching. Markus Witte belegt einen sehr guten fünften Platz.

Vor nicht einmal einer Woche hat sich unsere Läufergruppe das erste Mal zum Training getroffen und am Samstag gab es dann schon Grund zum feiern. Der traditionsreiche Amperlauf wird über eine Distanz von 9,8km in den Amperauen rund um Olching ausgetragen. Vom Charakter entspricht der Amperlauf einem flachen Crosslauf mit vielen Ecken, Richtungsänderungen, Schlammlöchern und Wurzelpfaden.

Vom Start weg läuft Thomas an der Spitze, immer verfolgt von seinem Freund und Marathonpartner Martin Jesau (der Selbstläufer). Am Ende trennen die beiden ganze fünf Sekunden auf Platz Eins und Zwei. Angestachelt von diesem engen Rennverlauf erreicht Thomas mit einer Zeit von 37:29 Minuten als Erster das Ziel. Dann, Warten auf Elke und Markus. Gemessen an den Gegnerinnen müsste Elke weit vorne zu erwarten sein. Sie muss sich allerdings ihr Rennen gut einteilen, da sie über eine lange Distanz alleine unterwegs ist. Die Renneinteilung klappt perfekt. Mit einer hervorragenden Zeit von 49:48 Minuten ist Elke die erste Frau im Ziel. Markus verläuft sich. Bei Kilometer Fünf biegt er falsch ab, kommt aber glücklicherweise wieder auf die Strecke zurück ohne viel Zeit zu verlieren. Markus erreicht in ebenfalls sehr guten 44:18 Minuten als Fünfter in der Klasse M40 das Ziel.

Vielleicht lassen sich ja durch das von Elke und Uwe angebotene Lauftraining, immer dienstags um 18:30 Uhr, noch Andere zur Teilnahme an Laufwettkämpfen animieren. … in diesem Sinne: Keep on running and riding …

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Uwe und Thomas hatten eine stichhaltige Entschuldigung für die Nichtteilnahme am Verfolgungszeitfahren. Neben 1000 Anderen starteten sie bei der 23. Auflage des Karlsfelder Triathlons.

Bei strahlendem Sonnenschein und 19 Grad Wassertemperatur stand die Olympische Distanz mit 1,5 km Schwimmen, 48 km Radfahren und 10 km Laufen auf dem Programm. Zuletzt mussten unsere Triathleten immer wieder unter Wetterkapriolen leiden und ihre Wettkämpfe unter widrigsten Witterungen wie Regen, Kälte, starker Wind und sogar Hagel absolvieren. Beim Heimrennen hatte der Wettergott ein Einsehen.

 

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Wechselzone aufbauen, die Ruhe vor dem Sturm


19 Grad Wassertemperatur ist ideal für den Soli Triathleten. Erlaubt diese Wassertemperatur doch die Verwendung eines Neoprenanzugs, was unseren ausbaufähigen Schwimmern zu Gute kommt. Diverse Honoratioren geben den Startschuss für die fünf Startergruppen. Es folgt die übliche Prügelei beim Schwimmen. Die Dichte der Schwimmer fordert, insbesondere nach dem Start, schon mal einen Tribut in Form blauer Flecken oder einer zerbrochenen Schwimmbrille. Diesmal geht alles gut, nach 27:14 Minuten verlässt Thomas das Wasser, Uwe kommt nach 33:09 in die Wechselzone zum Radfahren.

Die vierte Disziplin, das Wechseln zwischen den Disziplinen, erweist sich tückisch. Nur widerwillig lässt sich der hautenge Neoprenanzug abstreifen. Zum Radfahren geht es auf die B471 wo zur gleichen Zeit das Verfolgungszeitfahren der Soli stattfindet. Ca. 48 topfebene Kilometer sind zu fahren. Im Gegensatz zum Soli Verfolgungszeitfahren ist beim Triathlon Windschatten fahren strikt verboten. Uwe absolviert die 48 km in 1:16:45, was einem Schnitt von 36,3 km/h entspricht, Thomas fährt die 17te Radzeit mit einem Schnitt von 41,5 km/h. An der Wendemarke stehen die Kollegen von der Soli. Mit großem Hallo werden Uwe und Thomas angefeuert und bekommen noch mal einen Extraschub Motivation.


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Uwe hatte jede Menge Spass


Dann geht es auf die Laufstrecke. Neben dem Schwimmstart ist der erste Laufkilometer der schwierigste Moment in einem Triathlon. Man fühlt sich als hätte man Pudding in den Beinen. Nach vier Kilometern treffen sich unsere beiden Solis. Kurz werden ein paar motivierende Worte ausgetauscht. Thomas verbessert sich auf den letzten Lauf-Kilometern Platz für Platz, Uwe kämpft wacker darum, seine Position zu halten.


Am Ende belegt Uwe mit 2:54:58 Platz 303 bzw. Platz 10 in der Altersklasse M20. Thomas "finished" mit 2:23:09 auf Gesamtplatz 50 und belegt Platz 17 in der "Killer Altersklasse" der über 40-jährigen.

 

Neben der guten Platzierung hatten unseren beiden Solis auch jede Menge Spaß. Wenn sich jetzt noch ein Dritter Triathlet unter uns finden würde, steht der Meldung einer Mannschaft beim nächsten Wettkampf nichts mehr im Wege. Interessenten können jederzeit auf Uwe oder Thomas zu gehen.

„RINGWETTER“ … wie hat es einst Nicki Lauda beschrieben, es gibt nur zwei Zustände am Nürburgring: „ES REGNET oder ES REGNET GLEICH“, davon aber später…

 

In einem gemischten Team mit unsern Freunden von Triathlon Karlsfeld machen wir uns am Freitag den 31.7. auf den Weg in die Eifel. Vier Frauen und acht Männer, in drei Vierer Teams starten wir im Rahmen des diesjährigen RAD AM RING beim 24 Stunden Rennen. Wie es sich für 24 Stunden Rennen gehört, packen wir solides gut erprobtes Material ein. Der Karbon Leichtbau bleibt heute mal zu Hause. Auch eine leistungsfähige Beleuchtung gehört zu einem 24 Stunden Rennen, bzw. sollte dazu gehören, auch hierüber wird noch zu berichten sein.

 

Ein 24 Stunden Radrennen stellt zum üblichen Anspruch eines Radrennens noch weitere Herausforderungen. Nun, natürlich sollte man schnell Radfahren, mehr noch kämpft man damit über den Zeitraum des Rennens vernünftig zu essen und zu trinken und wider des natürlichen Biorhythmus verlangt man dem Körper Leistungen zu Unzeiten ab.

 

Hatzenbach, Fuchsröhre, Karussell oder Hohe Acht, dem Motorsport Fan geht bei den Namen der Streckenabschnitte der Nordschleife das Herz über.  Bei einem Radrennfahrer erzeugen die Fakten, Streckenlänge 23,2km mit 505 Höhenmetern, bei einer maximalen Steigung von 18%, Respekt vor der Grünen Hölle. Bei fast allen Radmarathons in den Alpen fällt das Verhältnis Höhenmeter zu Streckenlänge weniger drastisch aus. Der Rundenrekord auf dieser Strecke beträgt 38:07, wir planen für unser Team mit Rundenzeiten zwischen 40:00 und 50:00. Mehr als eine Runde zu fahren ist zu anstrengend und wäre über die Zeit uneffizient. Das bedeutet für das Viererteam, dass nach einer gefahrenen Runde immer eine Pause von ca. 2 Stunden 15 Minuten zur Erholung bleibt. Aufgrund des schweren Terrains  macht es keinen Sinn, mehr als eine Runde am Stück zu fahren. Durch die kurze Pause zwischen den Runden, bleibt aber in der Nacht keine Zeit für Schlaf.

 

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Am Samstagvormittag findet noch ein Marathonlauf auf dem Ring statt, ab 12:00 gehört dann die Strecke nur noch den Radfahrern. Beim Einfahren treffen wir Elena von Forice Dachau, sie wird später bei der Deutschen Hochschulmeisterschaft, die auch im Rahmen des Rad am Ring ausgetragen wird, Platz Vier belegen. Um 13:15 startet dann das 24 Stunden Rennen. Bei strahlendem Sonnenschein macht sich Moritz, unser Startfahrer auf den Weg. Unser Fahrerlager befindet sich in der Kurve nach Start und Ziel auf der Grand Prix Strecke.  Neben uns ein Team aus England, gegenüber der Würmtalexpress mit einem riesigen Zelt mit mindestens zwanzig Fahrern, Koch, Massageliegen und sonstigem Luxus. Unser einziger Luxus ist ein kleiner Kühlschrank und ein Gasbrenner. Jedes Team hat einen Chip bekommen, der, bei den Wechseln, von Fahrer zu Fahrer übergeben wird. Nach etwas mehr als fünfzig Minuten ist Moritz völlig abgekämpft zurück und wir wechseln auf Rainer. Rainer „knallt“ mit genau 40:00 eine Wahnsinnsrunde hin. Er hat das Glück, auf seiner Runde einen gleichstarken Fahrer zu finden, sie harmonieren gut und geben sich gegenseitig Windschatten. Rainer ist nach der Runde völlig erschöpft und wechselt auf Chris. Ich bin dann nach Chris als Vierter dran. Kurz fahre ich mich warm. Die ersten Erfahrungsberichte machen mich nervös, alle sind sich einig, die Strecke ist wunderschön, aber unglaublich anspruchsvoll. Moritz signalisiert, dass Chris im Anrollen ist.

 

Chris ist da, Moritz nimmt Chris den Chip ab und schnallt ihn mir um… „und ab“. Mit einer ordentlichen Portion Ehrfurcht mach ich mich auf den Weg. Durch das Fahrerlager geht es auf einem kurzen Stück über die Grand Prix Strecke, dann taucht man in die Nordschleife, die „GRÜNE HÖLLE“,  ein. Das Eintauchen ist hier nicht nur im übertragenden Sinne gemeint, es geht Bergab, der Tacho zeigt sofort Geschwindigkeiten weit jenseits der 60km/h an. Die ersten zehn Kilometer geht es 300 Höhenmeter nach unten, wobei die Abfahrt immer wieder von giftigen Gegenanstiegen unterbrochen wird. Am Ende der Fuchsröhre hab ich 90km/h „drauf“, Sekunden später geht es steil nach oben, 18km/h, Puls 185. Nach der Ortsdurchfahrt in Adenau geht es dann richtig los, es gibt was auf die Waden. Durch Bergwerk, Klostertal und Kesselchen geht es fünf Kilometer mit im Schnitt 7%, aber auch mal 12%, nach oben. Übermütig und voll mit Adrenalin überhole ich in der dritten Reihe. Nach einer Rechtskurve geht es dann plötzlich kurz eben dahin, hinein ins Caracholla Karussell, einer 180 Grad Steilwandkurve wie bei  einer Carrera Bahn oder eben bei einer 90 Jahre alten Rennstrecke. Der Innenbereich der Kurve ist aus 20 Grad geneigten Betonplatten gelegt. Man kann die Kurve nur oben oder ganz innen auf dem Wasserablauf fahren. Nach dem Karussell ist endgültig „Schluss mit lustig“, 18% Steigung zeigt mein Höhenmesser, einige fahren Serpentinen quer über die Strecke, andere steigen ab und schieben. Ich schalte auf den kleinsten Gang und quäle mich hoch zur Hohen Acht. Irgendjemand hat gesagt, an der Hohen Acht ist das Schlimmste vorbei. Geschenkt! Wie in einer Achterbahn folgt nun auf jede Abfahrt ein giftiger Anstieg der Puls geht nicht mehr unter 175. Sinnloserweise hab ich eine Trinkflasche dabei, denke aber gar nicht an’s Trinken, geschweige denn, würde ich die Möglichkeit finden zu trinken. Entweder es geht hoch oder rasend schnell durch Kurven bergab. Überholt hat mich aber noch keiner, die ganze Runde nicht. So muss es bleiben! Nach einem unendlich langen „Zieher“ über die Döttinger Höhe geht es wieder auf die Grand Prix Strecke. Nach 42 Minuten und 2 Sekunden schau ich in Rainers grinsendes Gesicht. „Und?“ fragt Rainer „SUPER GEIL“ lüge ich.

 

Aber schon nach ein paar Minuten relativiert sich das Bild in mir wieder. Grausam schön ist sie, die Grüne Hölle. Grausam, weil die Waden und die Lunge immer brennen, jede Sekunde, die ganze Runde lang. Alles andere ist einfach nur schön, Landschaft, Streckenverlauf und das ganze Flair der Veranstaltung. Zudem bin ich zufrieden mit meiner Zeit. Rainers Rundenzeit sollte sogar eine der besten überhaupt sein. Wir rechnen hoch, wenn alles klappt sollten wir 32 Runden schaffen. Das bedeutet für jeden von uns acht Runden. Unser zweites Männerteam ist nicht wesentlich langsamer. Ossi, 61 Lenze jung, nötigt mir allen Respekt ab. Von der Charakteristik verhält es sich wie bei einem Zeitfahren, man kämpft mit sich und dem Terrain. Windschatten oder fahren in der Gruppe dagegen, totale Fehlanzeige weil jeder sein Tempo fährt und die Strecke viel zu unruhig ist.

 

Rainer Hatzenbach

 

Der 24 Stunden-Rennen erfahrene Uwe hatte uns vorher auf den Weg gegeben „Pass bloss auf mit’m Essen“. Ich habe mir vorgenommen nach jeder Runde etwas zu essen. Wir kochen uns Nudeln. Um meinen Magen nicht aufzuregen gibt es „Nudeln alla Nix“ (Nudeln ohne alles). Es füllt den Magen und gibt Energie, eine kulinarische Köstlichkeit ist es aber nicht wirklich. Die Engländer neben uns starten ein Barbecue. Irgendwo zieht sich einer ein „fettes“ Nutellabrot rein. Jeder wie er’s braucht.

 

Die zweite Runde tut jedem von uns noch mal mehr weh als die Erste. Mit zunehmender Länge des Rennens zeigt sich aber noch eine andere Problematik. Die fetten Halsgradscheiben vom Grill oder die Nutellabrote outen sich als ernährungsphysiologisch „Grösster Anzunehmender Unfall“, völlig unzureichend für permanent hohe Beanspruchung des Organismus bei einem 24 Stunden-Rennen. Ganz grün im Gesicht geben nicht Wenige das vorher gegessene beim Anstieg zur Hohen Acht wieder von sich. Wir nicht…wir fühlen uns super, es rollt!

 

Mit eintretender Dämmerung ist mit Dunkelheit zu rechnen. Chris kann seine dritte Runde gerade noch in der Dämmerung absolvieren. Ich starte meine Runde mit Licht. Doch schon bei der Einfahrt in den Hatzenbach, nach 2km, meldet der Akku meiner Beleuchtung dass er leer wird. Wie kann das sein? Den Akku hab ich frisch geladen! Er sollte locker acht Stunden halten. Unglaublich, geht man nach Testergebnissen der einschlägigen Presse hab ich die beste Beleuchtung die der Faradzubehörmarkt hergibt und wenn ich sie dann wirklich brauche ist der Akku leer? Fuchsröhre mit Karacho fällt diesmal aus, bedächtig fahre ich durch die Abfahrten. Im Anstieg schalte ich die Lampe komplett ab um den restlichen Strom noch zu sparen. Rainer verwendet dieselbe Lampe wie ich. Da wir nicht direkt aufeinander fahren beschließen wir beide mit seinem Akku zu fahren.  Ein Akku reicht theoretisch locker für uns beide die ganze Nacht. Theoretisch… nur das Problem war nicht der Akku sondern das Ladegerät. Rainer erwischt es noch derber. Nach ein paar hundert Metern schaltet seine Lampe einfach ab. Er fährt die komplette Runde ohne Licht. Es gibt nur an ganz wenigen Stellen stationäre Beleuchtung. In der Fuchsröhre ist sein einziges Licht der Mond. Seit über zwei Jahren verwenden wir die Lampen, ohne Probleme. Wie beim sprichwörtlichen Marmeladenbrot, dass immer mit der Oberseite auf den Teppich fällt, hat das Akku-Ladegerät genau beim Laden der Akkus zum 24 Stunden-Rennen seinen Geist aufgegeben. Den Rest der Nacht schnorren wir uns mit dem Licht der Anderen durch. Nur gut, dass wir zu Zwölft sind. Übrigens der Hersteller der Lampe hat das defekte Ladegerät, wegen unserer Scherereien kostenlos ausgetauscht.

 

4:04 morgens, wir sind auf Platz 39. Inzwischen ist so etwas wie Routine eingezogen: Fahren, essen, den anderen beim Wechsel helfen, vielleicht mal eine halbe Stunde dösen und wieder fahren. Ich mach mich auf meine fünfte Runde. Silke, von unserem Frauen Team, ist knapp 5 Minuten vor mir los. Nachdem ich das Lampenmeer des Fahrerlagers hinter mir gelassen habe, bemerke ich, dass am Himmel keine Sterne mehr zu sehen sind, „es zieht sich zu“. Im Anstieg fahre ich auf Silke auf, sie flachst „man hört dich gar nicht schnaufen, quäl dich mal mehr“.  Mehr geht aber beim besten Willen nicht. Wir sprechen kurz, ob denn bei uns „genetisch so alles in Ordnung ist“ wenn man sich so etwas antun muss, beschliessen aber dann die Diskussion zu vertagen. Ich fahre weiter. Ein Blitz erhellt den ganzen Himmel und lässt mich dicke und tiefhängende Gewitterwolken erkennen. Na Prima, Niki Lauda wird also doch recht behalten: “es regnet gleich“. An der Hohen Acht wird das Problem der 18% Steigung plötzlich ganz klein, dicke Regentropfen prasseln nieder, in Nullkommanix bin ich total durchnässt. Die Strecke wird durch den, vom Regenwasser aufgeschwemmten, Gummiabrieb der Rennwägen extrem rutschig, wie Schmierseife. Im Schwalbenschwanz, einer überhöhten Kurve, rutscht vor mir ein Fahrer von der Strecke nach unten in die Wiese. Stellenweise ist die Strecke jetzt auch überschwemmt, an schnell Radfahren ist überhaupt nicht mehr zu denken. Kurz vor fünf Uhr, Moritz wartet schon auf mich in der Wechselzone, allerdings ohne Rad. Die Anderen hatten, völlig zu recht, beschlossen unsere drei Teams zu sammeln und dann gemeinsam, langsam und nur auf Sicherheit bedacht weiter zu fahren. Einige andere Teams beschliessen sogar zu pausieren, bis das Wetter besser wird, respektive es wieder hell wird. Moritz wartet fast eine halbe Stunde bis alle da sind.  Die gewonnen Plätze gehen so zwar wieder verloren, Sicherheit geht aber vor.

 

Tom Doettinger Hoehe

 

Nach dem Wolkenbruch stecken wir unseren Ehrgeiz auf. Es geht nur noch darum, mit Spass und vor allem gesund anzukommen. Unsere Mädels sind leider nur noch zu dritt unterwegs. Verena, die als Vierte kurzfristig eingesprungen war, hat in der Nacht aufgegeben. Gegen neun Uhr ist die Strecke zwar abgetrocknet, wir fahren aber trotzdem locker weiter, haben einfach einen Riesenspass dabei. Vor der letzten Runde sammeln wir uns noch einmal, um dann alle gemeinsam zu fahren. Auf der Hohen Acht ist eine Verpflegungsstation eingerichtet, die nutzen wir noch einmal für eine ausgiebige Brotzeit und um uns selbst zu feiern. Um 13:15 sind wir dann alle zusammen im Ziel. Meine acht Runden schlagen mit 187km zu Buche. Eigentlich nicht mehr als zweimal Soli Trainings Runde, aber die über 4000 Höhenmeter und die inzwischen 30Stunden ohne schlaf machen sich bemerkbar. Wir geniessen den Rummel am Ziel, eine Medaille gibt’s dann auch noch… ach ja, unser Vierer-Team landet letztendlich auf Platz 68 „oder so“.

 

Danach: Duschen, Zelt abbauen, heimfahren, schlafen, schlafen, schlafen…

21. Karlsfelder Triathlon, Soli Radrennfahrer können auch Schwimmen und Laufen

 

Triathlon – Schwimmen, Radfahren und Laufen. Für einen passionierten Radfahrer und Läufer liegt es auf der Hand, mal einen Triathlon angehen zu wollen. Prominente Radfahrer wie Udo Bölts haben es vorgemacht.

… Nachdem, das mit dem Radfahren ganz gut funktioniert und mein persönliches U40 Projekt, einen 10km Lauf vor meinem vierzigsten Geburtstag unter 40 Minuten zu absolvieren, erfolgreich war, hatte ich mich, mehr als 30 Jahre nach Seepferdchen und Freischwimmer noch einmal für einen Schwimmkurs angemeldet. Eine fähige und engagierte Sportwissenschaftlerin vermittelte mir und acht anderen in zwölf Einheiten die richtige Kraulschwimmtechnik. Danach zweimal pro Woche im Schwimmbad oder später auch im See, Schwimmtraining. Wechselweise auf Ausdauer oder Geschwindigkeit, sogar einen Trainingsplan hab ich! Nach einigen Wochen zeigen sich erste Erfolge: Die Muskulatur an den Armen wird stärker, die Bewegungen schneller und flüssiger… und die Damen beim Seniorenschwimmen nicken anerkennend angesichts der Schwimmtechnik. Die Waage quittiert das Ende der Muskelmonokultur an den Waden und den Muskelaufbau an Schulter und Rücken mit einem Plus von 2kg… man denkt: Ist zwar schlecht für den Hohenzeller Berg, aber die stärkere Nackenmuskulatur macht sich dann bei den Radmarathons im Frühjahr durchaus positiv bemerkbar.

Thomas_Struck

Die einzelnen Disziplinen funktionieren. Das Ganze ist aber mehr als die Summe der einzelnen Teile, auch beim Triathlon. Für das Frühjahr sieht der Trainingsplan die ersten Kombinationseinheiten vor. Zweimal die kleine Hausrunde mit dem Renner, das Lactat sprudelt nur so in den Beinen. Danach mit Karacho in die Garage, in die Laufschuhe rein, loslaufen… was schaut der Nachbar jetzt so komisch… Radhelm vergessen abzunehmen… Anfängerfehler. Insbesondere der Wechsel vom Rad zum Laufen ist schwierig. Beim ersten Laufkilometer wollen einen die Beine nicht recht tragen. Man fühlt sich wie eine watschelnde Ente.

Noch ein paar Wochen bis zum Wettkampf. Auch der Ablauf der Wechsel muss trainiert werden. Um schnell und ohne Sturz durch die Wechselzone, in der das Rad nur geschoben werden darf, zu kommen, werden die Schuhe in die Pedale eingeklickt und mit Gummibändern am Rahmen fixiert. Nach verlassen der Wechselzone, springt in bester Querfeldeinmanier aufs Rad, beginnt zu pedalieren und zieht sich dann unter dem Fahren die Schuhe an. Hört sich kompliziert an, ist aber in der Realität einfacher als mit Karbonsohlen und Schuhplatten 100 – 200 Meter durch die Wechselzone zu staksen.19.07.2009 Karlsfeld Triathlon:

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Ungefähr 1000 Teilnehmer sind für den Volkstriathlon und die Olympische Distanz gemeldet. Mit dabei: Heinz Trapp und ich von der Soli. Heinz hat schon vor einigen Wochen den Schliersee Triathlon erfolgreich absolviert. 9:25Uhr Schwimmstart: In unserer Startgruppe sind noch 250 Andere die sich auf einer Breite von 10 Metern in den Karlsfelder See schieben. Bei 17 Grad Wassertemperatur „kocht" der See. Man schwimmt nebeneinander übereinander, ein Gewirr aus Armen und Beinen. Über einen Dreieckskurs absolvieren wir die 1500 Meter der Olympischen Distanz. Mitten im Tumult schwimmt jeder aber für sich alleine, fast komme ich mir einsam vor. Nach 29 Minuten komme ich aus dem Wasser, Heinz ist ganz knapp hinter mir. Barfuss laufen wir die 300m in die Wechselzone, mein Puls ist mit 190 voll auf Anschlag. Während des Laufens ziehe ich mir den Neo schon bis zur Taille runter. In der Wechselzone, ganz raus aus dem Neo, Helm aufsetzen und schließen, dann das Rad durch die Wechselzone zum Radstart geschoben. Übrigens: Bewegt man das Rad ohne vorher den Helm auf- und verschlossen zu haben bekommt man eine Zeitstrafe.

Der Trick mit den, mittels Gummibändern, fixierten Radschuhen klappt perfekt. Wir fahren auf der B471 zweimal von Grasselfing bis Oberschleisheim und zurück. Wann immer Heinz und ich uns auf der Strecke begegnen feuern wir laufen_300uns an. Bei leichtem Nieselregen und ekelhaften Wind beträgt mein Schnitt über 37km/h. Schiedsrichter achten darauf, dass niemand im Windschatten des Anderen fährt, prompt „fängt" sich „an meinem Hinterrad" ein Anderer deshalb eine Strafe. Sowohl Heinz als auch Ich sind mit unserer Radleistung bei den wirklich Guten dabei. Platz um Platz verbessern wir uns. Nach 47km kommt mein „Angstwechsel" zum Laufen. Die Radschuhe auf den letzten Metern unter dem Fahren ausgezogen und runter vom Rad, barfuss wieder durch die Wechselzone und …wichtig!!!... erst das Rad abstellen dann den Helm runter.

Ganz gegen die allgemeine Triathlonmanier habe ich mich entschieden, mit Socken zu laufen. Lieber fünf Sekunden beim Socken anziehen verlieren, als sich Blasen zu laufen. Meine Laufschuhe sind mit elastischen Schnürbändern präpariert, die das Binden der Schuhe überflüssig machen. Das spart Zeit und verhindert Schnurrbandsalat. Peter von der Soli steht mit seiner Familie in den Zuschauern und feuert mich auf den ersten Laufmetern an. Oh wie gut tut diese extra Motivation. Bei der Olympischen Distanz werden 10km gelaufen. Wir laufen durch Rothschwaige zu einer Wendemarke und zurück. Nach dem ersten schweren Kilometer läuft es bei mir Rund. An der Strecke sehe ich bekannte Gesichter von Familie und Freunden die mich anfeuern. Selten so froh gewesen euch alle zu sehen. Ein Anwohner kühlt uns mit dem Gartenschlauch ab, Musik im Stadion, die Stimmung ist grandios. Ein letztes mal kommt mir Heinz auf der Laufstrecke entgegen, er brüllt mich „nach Vorne". Der Mannschaftsgeist stimmt, obwohl Triathlon ein Individualsport ist. 2 Stunden 33 Minuten und 47 Sekunden nach dem Start hab ich meinen ersten Triathlon „gefinished" und belege damit Platz 89 in der Endabrechnung.

Knapp zwei Minuten nach mir ist Heinz auf Platz 104 im Ziel. Beide befinden wir uns damit im vorderen viertel aller Teilnehmer. Für uns Anfänger gar nicht mal so schlecht. Mit einem Kraulkurs, Triathlonschuhen die man auf dem Rad anziehen kann und elastischen Schuhbändern hätte Heinz die zwei Minuten sicher auch noch geholt. Damit haben wir uns eine alkoholfreie Hefekaltschale des Hauptsponsors verdient. Bis zum nächsten mal, wir kommen wieder!!!

 

PS: Den Kraulschwimmkurs kann ich jedem Interessierten empfehlen. Wer Infos braucht kann sich jederzeit bei mir melden…