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Kunstrad

Am Ende des Tages war Andreas Ledutke müde, aber vollauf zufrieden. Denn  der Soli-Trainer hatte seine Kunstradfahrerinnen äußerst erfolgreich durch den Nachwuchswettbewerb gebracht. Allen voran Alina Schießl und Ann-Katrin Dick:

Carolin Huber (unten) und Leonie Walter im ReitsitzsteigerLeonie Walter und Carolin Huber haben auf der Deutschen Meisterschaft der Elite einen tollen fünften Platz belegt. In Kamp-Lintfort (Nordrhein-Westfalen) gelang dem Duo vom RKV Dachau  eine fast perfekte Kür. In der Folge konnten die beiden sogar noch ein Paar überflügeln, das mehr Punkte aufgestellt hatte.

Am Ende verließ das Paar, das erst seit dieser Saison zusammen angetreten war, trotzdem mit einem weinenden Auge die Wettkampfläche.  Denn Unterfrau Carolin Huber, die sich nach fast zwölf Jahren Leistungssport nun ganz dem Journalistik-Studium im mittelfränkischen Ansbach widmet, beendete mit diesem Wettkampf ihre Karriere.

Für das 15-jährige Ausnahmetalent Leonie Walter heißt es dagegen: Ab jetzt volle Konzentration auf die zweite Saison bei den Junioren, die im Februar beginnt.

Die Kunstradabteilung des RKV Dachau entsendet auch in diesem Jahr zwei Vertreterinnen zur Bayerischen Meisterschaft der Schüler. Beim oberbayerischen Vorentscheid in Schleißheim lösten Sabine Guth und Lisa-Marie Holzer im 2er Kunstradfahren der Schülerinnen mit einer fast fehlerlosen Kür die Tickets zur Landesmeisterschaft. Außerdem kamen sie in einem hochkarätigen Starterfeld auf einen hervorragenden vierten Platz. Großes Pech hatten dagegen ihre Vereinskameradinnen Ann-Katrin Dick und Alina Schießl: Sie blieben durch einen ärgerlichen Sturz im zweiten Teil hinter ihren Möglichkeiten zurück und können Lisa-Marie und Sabine auf der BM höchstens moralisch unterstützen. Allerdings hatten die beiden noch die Möglichkeit, den Tag mit einer gute Leistung in ihrer zweiten Disziplin, dem 1er Kunstradfahren der Schülerinnen A,   versöhnlich abzuschließen. Das gelang ihnen auch: In einem riesigen Starterfeld erkämpfte sich Alina den 15. und Ann-Katrin den 18. Rang, während Sabine den Wettkampf auf Rang 12 beendete. Lisa-Marie schaffte es eine Altersklasse weiter unten, bei den B-Schülerinnen, auf einen höchst beachtlichen 6. Platz. Die gleichaltrige Marina Kraßnitzer überflügelte gleich mehrere Konkurrentinnen und wurde 13.

Drei neue, vielversprechende Talente betraten unterdessen zum ersten Mal die Wettkampfbühne des Kunstradfahrens. Christina Ntetsikas trat bei den Schülerinnen B an und verteidigte dort ihren 18. Rang. Diesen belegte auch Katharina Heidinger - allerdings bei den Schülerinnen C. Ihre kleine Schwester Dorothea machte es noch ein bisschen besser und belegte schlussendlich einen großartigen achten Platz.

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Leonie Walter vom RKV Dachau hat sich mit einer tollen Leistung einen Startplatz  für die Deutsche Meisterschaft der Junioren im Kunstradfahren erkämpft. Dazu musste sie beim international besetzten dritten Junior Masters einen Platz unter den Top20 herausfahren. Die Ausgangslage dafür hätte kaum spannender sein können. Eingereicht hatte die 15-Jährige nämlich genau das Programm mit der 20. Schwierigkeit.Als sie die Fläche betrat, war also allen Beteiligten um Trainer Andreas Ledutke klar: Jeder noch so kleine Fehler könnte gleich das Ende der DM-Träume für die ehrgeizige Sportlerin bedeuten. Doch Leonie bewies ein weiteres Mal, dass sie glänzend mit solchen Drucksituationen umgehen kann. 124,33 Punkte lautete schließlich das Ergebnis, dass die Kampfrichter nach einer fast perfekten Kür auf der elektronischen Anzeigetafel aufleuchen ließen. Die Dachauer jubelten, denn damit übernahm die 15-Jährige die zwischenzeitliche Führung und hatte somit bereits die Qualifikation zu den Nationalen Titelkämpfen in der Tasche, die am 5. und 6. Mai Aalen ausgetragen werden. Mit ihrer souveränen Vorstellung konnte sie zudem viele der folgenden Konkurrentinnen verunsichern, sodass es am Ende sogar zu einem überragenden 14. Platz reichte.

Eine absolute TopLeonie beim Sattelknien rückwärts-Leistung hat Leonie Walter bei der Bayerischen Meisterschaft der Junioren dargeboten. Im schwäbischen Friedberg verbesserte sie ihre persönliche Bestleistung auf überragende 125,25 Punkte und büßte dabei kaum mehr als fünf ihrer eingereichten 130,7 Punkte ein. Während ihrer Darbietung versprühte sie eine derartige Gelassenheit, dass Trainer Andreas Ledutke und 2er-Partnerin Carolin Huber, die der Kür gespannt folgten, sich später nicht erinnern konnten, jemals eine so entspannte Zeit in der Coaching Zone verbracht zu haben. Am Ende überflügelte die 15-Jährige zwei Konkurrentinnen, musste sich jedoch ganz knapp mit dem vierten Platz begnügen. Aber da sei ja noch Platz nach oben, erklärte Vater Wolfgang Walter am Ende mit einem großen Augenzwinkern. Er weiß: Seine Tochter kann nun gelassen dem ersten Junior Masters entgegensehen, welches am Samstag, 17. März, in rheinland-pfälzischen Böhl-Iggelheim  ausgetragen wird.