Suchen

Kunstrad

Leonie Walter hat bei der dreiteiligen Junior-Masters-Serie unter Beweis gestellt, dass sie in ihrer Altersklasse zu den zehn besten Kunstradfahrerinnen der Republik zu zählen ist. Dabei fing alles gar nicht so gut an: Beim ersten Wettkampf in Gutach (BW) kämpfte die 18-Jährige noch mit einigen Problemen in ihrer hochklassigen Wettkampf-Kür. Mit 128,53 Punkten blieb sie hinter ihrem Leistungsniveau zurück - doch auch die Konkurrenz patzte, weswegen sie einen respektablen neunten Platz einfahren konnte. In Siegen (NRW) war zwei Wochen später bereits eine deutliche Leistungssteigerung zu verzeichnen. 139,29 Punkte standen bei einem teilweise grotesk wertenden Kampfgericht schlussendlich zu Buche, das bedeutete Rang sieben. Doch die beste Leistung hatte sich die junge Dachauerin für das Finale der Junior Masters in Biberach (BW) aufgehoben. "Außer einem Tipper vor der Kehrreitsitzsteiger Drehung habe ich hier keine Kritikpunkte gefunden", freute sich Coach Andi Ledutke - und auch die Kampfrichter waren überzeugt. Wiederum steigerte sich Leonie Walter um zehn Punkte, auf 149,31. Damit schrammte sie mit Platz vier nur knapp am Podest vorbei.
Trainer und Sportlerin sehen dementsprechend optimistisch der Deutschen Meisterschaft entgegen, die am 2. Mai in Worms stattfindet.
Doch ein weinendes Auge dürfte auch dabei sein, denn für Leonie Walter ist die Jugendzeit jetzt zu Ende - zumindest, was das Kunstradfahren angeht. Ab kommendem Jahr wird die Vorzeigesportlerin in der Elite-Klasse starten. 
Leonie Damensitzsteiger 2015 04
Leonie Walter 2015 03 01 Einige Tage vor ihrem 18. Geburtstag konnte sich Leonie Walter ein ganz besonderes Geschenk selbst machen: Die Vorzeige-Kunstradlerin der Soli Dachau gewann erstmals einen Einzeltitel bei der Bayerischen Meisterschaft.

Das mittelfränkische Roth war Austragungsort für die Landeskämpfe, bei denen Walter mit 149,25 Punkten gar die höchste Punktzahl aller Sportler ausfuhr. Dauerkonkurrentin und Freundin Corinna Wirth (Eckersdorf) war der Dachauerin schon in der vergangenen Woche beim Sonnenstuhlpokal  unterlegen gewesen, damals um knappe 1,8 Punkte. Dieses Mal erfuhr sich Leonie Walter, die ihre mit Höchstschwierigkeiten gespickte Kür fehlerfrei zeigte, einen deutlicheren Vorsprung und blieb nur hauchdünn unter ihrer eigenen Bestmarke.



Zusammen mit Trainer Andi Ledutke fand sich ein wenig Zeit, um diesen Erfolg zu feiern. Inzwischen liegt der Fokus jedoch wieder auf der Zukunft, denn für die ehrgeizige Sportlerin geht die Saison natürlich noch weiter: Bei den Junior Masters wird die frischgebackene Bayerische Meisterin gemeinsam mit Corinna Wirth und 10 weiteren bayerischen Spitzensportlerinnen die Farben des Freistaats hochhalten. Dort kämpft sie mit der nationalen Konkurrenz um die 20 heißbegehrten Startplätze, die zur Teilnahme der Deutschen Meisterschaft in Worms berechtigen.

Für Katharina und Dorothea Heidinger war es eine Premiere - erstmals starteten die Kunstrad-Schwestern von der Soli Dachau beim Sonnenstuhl-Pokal. Und wie: Sie legten eine regelrechte Fabelkür hin, mit dem minimalen Abzug von 1,55 Punkten. Völlig verdient schoben sie sich vom zweiten auf den ersten Rang nach vorne.

Auch Leonie Walter feierte eine Neuerung: Es war zwar schon ihr zehnter Start beim Sonnenstuhlpokal, doch jetzt reichte es erstmals für den Sieg. Dabei kam sie mit nur einem groben Fehler durch, als sie nach dem Übergang vom Kehrlenkersitz- zum Kehrsteuerrohrsteiger stürzte. 

Nicht ganz eine Premiere war es für Leonie und ihre Partnerin Marina Dullinger im 2er der Frauen. Im zweiten gemeinsamen Wettkampf zeigten die beiden sich bereits eingespielt. Lediglich die zweite Hälfte der Lenkerstanddrehung mit Dornstand misslang, trotzdem sicherten sie sich den überlegenen Tagessieg.

Bei ihrem Einzelstart fand Marina Dullinger sich dagegen auf dem eher langsamen Boden der Halle nicht gut zurecht. Am Ende fielen mehrere Übungen aus dem gesetzten Zeitrahmen von fünf Minuten und gingen daher nicht in die Wertung ein. Sie wurde in einem starken Feld Fünfte.

Trotz dieses kleinen Wermuttropfens trat Trainer Andi Ledutke die lange Heimfahrt aus dem unterfränkischen Randersacker mit einem Haufen zufriedener Sportlerinnen, drei Tagessiegen und einem breiten Grinsen an.

2015 02 21 Heidinger Heidinger
Die Kunstradfahrerinnen der Soli Dachau sind mit einer Premiere in die neue Saison gestartet: Marina Dullinger und Leonie Walter starteten bei der Oberbayerischen Meisterschaft der Junioren und Elite erstmals als Zweierpaar. Zwar haben beide in den vergangenen Jahren schon mit anderen Partnern reichliche Erfahrungen in dieser Disziplin gesammelt, dennoch waren sie vor dem ersten gemeinsamen Wettkampfauftritt sehr aufgeregt. Die Feuerprobe lief dann auch nicht ganz perfekt, doch mit 79,26 Punkten feierten die Dachauerinnen auf Anhieb den Titel und konnten sich außerdem über die Qualifikation für die Bayerischen Meisterschaften freuen.

Doch damit war der Arbeitstag noch für keine der beiden gelaufen. Leonie Walter startete im Einzel der Juniorinnen als haushohe Favoritin. Die 17-Jährige fährt inzwischen auf so hohem Niveau, dass jede winzige Unachtsamkeit sofort einen hohen Punktverlust bedeutet. Vor dem Übergang zum Kehrlenkersitzsteiger bemerkte sie zu spät, dass ihr Lenker in die falsche Richtung zeigte. Der folgende Sturz kostete einige Zeit - die letzten Übungen fielen somit aus der Wertung. Die Gymnasiastin war deswegen nicht ganz zufrieden mit ihrem Auftritt, obwohl es locker für ihre zweite Goldmedaille des Tages reichte.


Dullinger Walter Lenkerstand Sattelstand
Dullinger   Walter Marina Dullinger schließlich musste sich im 1er der Frauen durchbeißen: Eine Erkältung schwächte sie, sodass ihr die Doppelbelastung von zwei Starts mehr Schwierigkeiten bereitete als sonst. Trotzdem konnte sie sich am Ende über einen hervorragenden zweiten Rang freuen.

Die jungen Frauen sind damit erfolgreich in ein neues Kunstradjahr gestartet. Wenn der seit langem geplante Umzug in eine größere Trainingshalle ebenso reibungslos abläuft, ist Cheftrainer Andi Ledutke sicherlich rundum zufrieden.
Noch ein letztes Mal Höchstleistungen bringen, bevor es in die Winterpause geht: Das hatten sich die drei Dachauer Starterinnen beim Nachwuchswettbewerb in Schleißheim vorgenommen. Und es klappte: Soli-Küken Sofie Nachtmann zeigte eine fast schon gewohnt saubere Leistung. Die Kampfrichter fanden an ihrer Kür kaum etwas auszusetzen - am Ende bedeutete das Platz 2, Bestleistung und den geringsten Abzug bei den Schülerinnen U11.

Nachwuchs2014 Heidinger-Heidinger Ähnlich gut ging es weiter: Im 2er der Schülerinnen siegten die Schwestern Katharina und Dorothea Heidinger, und steigerten ihre Punktzahl dabei erstmals über 30 Punkte. Dorothea konnte auch im Einzel der Schülerinnen U13 überzeugen, überrundete eine Konkurrentin und sicherte sich Silber. Katharina unterlief ein Fehler, sodass sie am Ende auf Rang 6 landete.



Damit beginnt jetzt die Zeit zwischen den Jahren, in denen die Sportlerinnen besonders fleißig an neuen Übungen feilen. Eins ist jetzt schon sicher: Die Dachauer Kunstradfahrer werden sich Anfang Februar frisch erholt mit den Bezirksmeisterschaften der Junioren und Elite zurückmelden.